Nachlese - Lacktreff der NIL am 17. Mai 2018

Am 17. Mai 2018 fand im Berggasthof Sammüller in Neumarkt / Oberpfalz erneut der NIL-Lacktreff zu den hochinteressanten Themen „Beschränkungen für Diisocyanate“ und „Biozid-Richtlinie“ statt.

Eingeladen hatte die BRENNTAG GmbH unter der organisatorischen Leitung von Herrn Andreas Legin. Dieser Einladung sind 107 Teilnehmer gefolgt, darunter auch viele neue Gesichter, was uns sehr freut.

Im ersten Fachvortrag präsentierte Herr Dr. Thomas Martin von der BG Rohstoffe und chemische Industrie und der BG Holz und Metall wichtige Aspekte des Beschränkungsverfahrens von Diisocyanaten. Wir erhielten Einblicke in die Durchführung solcher Procedere und in die weiteren Schritte, die in Zukunft erfolgen werden. Der Status dieses Beschränkungsverfahrens lässt derzeit nur noch die politische Diskussion zu. Die fachliche Betrachtung der Vorgehensweise ist bereits abgeschlossen. Grundsätzlich ist in den nächsten ein bis maximal vier Jahren mit näheren Anweisungen zur konkreten Vorgehensweise zu rechnen. Hier geht es um die Entwicklung von Schulungstools, die später zur Anwendung kommen könnten. Diese beinhalten sowohl online- als auch Präsenz-Schulungen. Derzeit kann man chemische Vorkehrungen über den Austausch von Isocyanaten zugunsten von denen mit unter 0,1 % Monomer- Gehalt treffen. Damit ist man auf der sicheren Seite, egal welche Beschränkungen es geben wird.

Die Firma Sapici S.p.A. stellte im Vortrag von Herrn Daniele Vicardi ihr Portfolio an Isocyanaten und Mischungen von Isocyanaten vor, die alle durch ein Pendant mit dem Handelsnamen POLURGREEN ersetzt werden können. Alle diese neuen Isocyanate enthalten unter 0,1 % Monomer. Für technische Informationen und Beratung stehen nach Aussage von Herrn Vicardi die Labors der Sapici S.p.A. zur Verfügung. In Deutschland erhalten wir die Auskünfte über die Firma BRENNTAG. Es wurde im Vortrag ausdrücklich erwähnt, dass ein 1:1 Austausch eines herkömmlichen Isocyanats mit einem neuen Typ POLURGREEN 01 möglich ist, ohne die Eigenschaften, wie Trocknung, Härte und mechanischen und chemische Beständigkeiten zu verändern.

Gleichermaßen interessant war der abschließende Vortrag von Frau Ruth Zippusch von der Firma BRENNTAG, die ihrerseits sehr ausführlich den neuesten Stand bei der Umsetzung der Biozid-Richtlinie erläuterte und im Detail auf die Möglichen des Austausches von sanktionierten Bioziden, wie beispielsweise MIT, einging. Wer den tiefen Einstieg in die einzelnen Produkte, auch im Hinblick auf seine eigene Anwendung benötigt, sollte den Vortrag (siehe Downloads) detailliert durcharbeiten und bei weiteren Fragen die Kollegen der BRENNTAG kontaktieren. Es wurden einige wichtige produkt-spezifische Inhalte angesprochen.

Besonderes Augenmerk ist für einen wirkungsvollen Schutz Ihrer Produkte künftig durch die Einhaltung und verstärkte Durchführung der Betriebshygiene zu erreichen. Da die Zugabe mengen der Biozide nach den Vorgaben der Biozid-Richtlinie immer geringer werden und sehr wirkungsvolle Produkte wegen ihrer Bedenklichkeit vom Markt genommen wurden, ist es nötig, Kombinationen verschiedener Produktgruppen vorzunehmen. Durch die Biozide Ausstattung der Reinigungslösungen für Ihre Betriebsanlagen und Verfahrenswässer kann ein Großteil der Verkeimung schon im Vorfeld bei der Herstellung Ihrer Produkte vermieden werden. Daraus resultiert, dass man das hergestellte Produkt an sich mit weniger Konservierung ausstatten muss, was der Biozid-Richtlinie Rechnung trägt und trotzdem gut geschützte Produkte am Markt garantiert. Disziplin und Kreativität bei der Kombination der Produkte und Verfahrensweisen ist nun gefragt!

In eigener Sache verwies Jürgen Kiroff auf den nächsten NIL-Termin an der TH Nürnberg am 20. September 2018, wenn es wieder heißt: „ NIL trifft TH“ mit interessanten Themen zur „Lackanalyse“, für welches ein Mitarbeiter der BKA Analysenmethoden aus der kriminalistischen Praxis vorstellt. Des Weiteren gibt es Vorträge zu Rheologie und Farbmetrik. (link zum Eventbereich „NIL trifft TH“)

Im Anschluss an die Fachvorträge verwöhnte uns das Team des Berghotels Sammüller auf Einladung der BRENNTAG GmbH wieder aufs Feinste mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der BIO-Gastronomie mit Sammüller-Herzlichkeit!

An dieser Stelle ein großes Dankschön für die Veranstaltungsorganisation durch die BRENNTAG um Herrn Andreas Legin und die Kollegen der Firma Sapici S.p.A., sowie an Herrn Dr. Thomas Martin von der BG RCI, die zu dieser Veranstaltung eingeladen und uns hervorragend zu diesen wichtigen Regularien in unserer täglichen Praxis informiert haben.

Im Namen aller Veranstalter ein herzliches Dankeschön an den Chef des Berghotels Sammüller Herrn Josef Sammüller und seine vielen „Fleißigen Herzen“, die zum Gelingen der Veranstaltung auf ein Neues so hervorragend beigetragen haben und uns bei voller Belegung des Hotels aus Leibes Kräften bewirtet und verwöhnt haben!

Wir werden am 15. November 2018 wieder zu Gast im Berghotel Sammüller sein, wenn die Firma AZELIS Vorträge der Firma ALLNEX präsentiert!

Downloads - Vorträge:

Diisocyanata im REACH-Beschränkungsverfahren
POLURGREEN line
Brenntag Biozide


Frauenquote erfüllt!

Anlässlich des letzten Lacktreffs am 15.3.2018 wurde Sylke Hofmann als dritter Sprecher und Organisator der NIL vorgestellt. Mit über 25- jähriger Erfahrung im Farben- und Lackbereich steht Sylke Hofmann den Interessenten und Freunden des NIL mit Rat und Tat zur Seite. Näheres über ihre Person erfahren Sie unter: http://rococo.solutions/ueber.uns.html

Frau Hofmann organisiert ab sofort in Kooperation mit Jürgen Kiroff und Manfred Ettlinger die künftigen NIL- Events und den Messeauftritt der NIL zur ESC 2019 in Nürnberg.

 Sylke Hofmann und Jürgen Kiroff


Die Heimat der Lacke

fn nil 1Bayerische Firmen trafen sich zum
100. Mal in Fürth

Seit vielen Jahren ist Fürth der Nabel der bayerischen Farben- und Lack­branche. Regelmäßig treffen sich hier große und kleine Unternehmen, um Erfahrungen auszutauschen und Kon­takte zu pflegen. Zu ihrer 100. Versammlung kamen nun über 160 Vertre­ter großer und kleiner Unternehmen im Fürther Hotel Mercure zusammen.

FÜRTH — Das erste Treffen 1979 hatte bei Möbel-Krügel in Stein stattgefunden: Fünf Fachleute der Lack­branche saßen beisammen und über­legten sich, wie sie ihr Fachwissen über Neuheiten und Entwicklungen austauschen könnten. Einen Verein wollten sie nicht extra gründen, und so bildeten sie kurzerhand eine freie und offene Netzwerkinitiative. In ihr wird bis heute alles ehrenamtlich orga­nisiert, begegnen sich „Riesen“ der Branche selbstverständlich mit klei­nen mittelständischen Firmen.

Dieses Netzwerk trägt schon seit 35 Jahren, nun kam man zur 100. Ver­sammlung zusammen. Wie bei jedem Treffen stellten Unternehmen ihre neuen Entwicklungen vor, denn Wer­bung in eigener Sache ist in diesem offenen Netzwerk möglich und erwünscht.

Seit fünf Jahren organisiert Jürgen Kiroff, Chef der kleinen Fürther Firma „Farben-Kiroff-Technik“, die Zusammenkünfte. Zu ihnen könne jeder kommen, „der Zeit und Spaß daran hat“, so Kiroff. „Wir sind auch eine Art Selbsthilfegruppe“, sagt er lachend, „denn wer aus der Branche ein Problem zu den Treffen mitbringt, der findet hier oft Hinweise oder gleich Partner zur Lösung.“ Das kann zum Beispiel Susanne Rei­ter von der Firma Hoffmann Mineral GmbH aus Neuburg an der Donau bestätigen. Vor zwei Jahren suchte sie eine Firma, die Pulverlacke herstellt. „Ich war zum ersten Mal bei einem Treffen dabei und schon wurden die Kontakte in die Wege geleitet“, berich­tet sie. Inzwischen gehören die Ver­sammlungen für sie zu den wichtigs­ten Terminen des Jahres.

Auch wenn die Treffen traditionell in Fürth stattfinden, wechseln die Gastgeber durch. So waren dieses Mal die Biesterfeld Spezialchemie GmbH und die DIC Performance Resins GmbH aus Wien an der Reihe. Sie stellten die Referenten und luden zum Abendessen mit Diskussionsrunde und Networking ein. Die Anwesenheit nahezu sämtlicher Hersteller von Far­ben und Lacken aus dem bayerischen Raum nutzten Beschäftigte und Hoch­schulabsolventen auch, um sich nach Jobs zu erkundigen. Das nächste Tref­fen ist für den 30. September geplant und soll gemeinsam mit der Technische Hochschule Nürnberg organisiert werden.

Fürther Nachrichten 15.03.2014, Seite L41
Text und Bild: ANTJE SEILKOPF


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